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Dienstag, Mai 08, 2012

re:publica 2012 - oder wie ich lernte, mal auf Sascha Lobo zu hören

Letzte Woche hatte ich die Gelegenheit, die diesjährige republica zu besuchen. 3 Tage Vorträge, Workshops und spannender Austausch mit netten Leuten. Ich verfolge gerade die Berichterstattung über die Konferenz und bin schon ziemlich gespannt über all die Vorträge, die ich verpasst habe. Aber sich sieben Mal zu klonen, geht ja dann auch nicht.

Und eines zum Anfang: die diesjährige Location, die Station in Berlin, war echt klasse. Viel Platz, übersichtlich und sehr chillig. Das leider der Bereich für den offenen Austausch etwas doof lag und nicht so wirklich genutzt wurde, ist dann auch zu verschmerzen.

Über die Highlights des Programms werde ich mich dann die Tage noch ausführlicher äußern. Sascha Lobo war ziemlich flauschig, darum höre ich mal auf ihn und schreib doch wieder was in mein Blog. Damit's einen Grund gibt, auch mal außerhalb des Facebookschen Tellerandes zu gucken.

See ya,
Tim

Montag, Februar 02, 2009

Hyperaktive Zombies

Ich bin ja mit den schlurfenden Zombies der Romeroscher Machart aufgewachsen, dazu kamen in meiner Teenager-Zeit die Shlock&Gore Variante à la Troma dazu. Wie schon in Dawn of the Dead, der bei uns nur als "Kaufhaus-Zombie" bekannt war, erschienen uns Zombies als Metaphern für den drögen, von den Massenmedien abgestumpften Shopping-Dumpfbacken. Und nur nebenbei: Night of the Living Dead ist im übrigen wohl der Film, der das Thema Zombie aus dem Umfeld der Rasse (womit das Zombiethema in den 20er und 30er Jahren besetzt war) zur Klasse gemacht hat (aus dem Schwarzen Sklavenbedrohung wird der Weiße Bourgeoise Kapitalistenkonsument)

Moderne Zombies - 28 Days Later, die Romero Remakes, 30 Days of Night (auch wenn's Vampire sind) oder in Left4Dead und Resident Evil 4 - sind aber erstmal eines: verdammt schnell. Die stumpfe Ladenüberwachungskameraästhetik wurde durch Attac- und Globalisierungsgegnerästhetik überlagert (vielen Dank an China Mieville für diese Erkenntnis: http://www.bas-lag.com/bas_lag_interviews2.html).

Früher haben wir uns vor der uns verschlingenden Masse gefürchtet - heute vor dem hyperaktiven Chaos, dass in unsere vermeintliche Sicherheit und Ruhe eindringt und diese - und uns - in Stücke zu reißen droht. Vielleicht ist das ja auch eine Sache des Alters: Als wir jung waren, gab's nichts schrecklicheres als von der Masse aufgefressen zu werden, und heute, da wir selbst ruhig und ein wenig zombiesk geworden sind, ängstigen wir uns vor der schieren Energie Wildheit und Unbändigkeit, die uns entgegenschlägt in medial wiederaufbereiteten Horrorbildern von randalierenden Globalisierungsgegnern und Jugendlichen aus den Banlieues.

Selbst die Zombies sind also nicht mehr das, was sie mal waren. Aber hey. Kein Wunder in Zeiten, in denen Vampire fürs Zölibat stehen können.